Volksinitiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen
Beantworte 21 Fragen und finde heraus, wie Du zum bedingungslosen Grundeinkommen stehst!
1. Würden die Menschen mehr Sinnvolles tun, wenn der Zwang zum Geldverdienen wegfällt?
Ja / Nein, weniger
Das Grundeinkommen könnte eine Chance sein, sich bei der Wahl der Arbeit stärker vom Sinn leiten zu lassen – Dinge, die gut sind für die Gesellschaft, für einen selber und für die Familie.
Was spricht dafür?
Der Zwang, Geld zu verdienen, führt dazu, dass viele Menschen an Produkten und Dienstleistungen arbeiten, die für sie nicht sinnvoll sind. Man kann sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht aus der jeweiligen Situation befreien. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen hätten die Menschen zudem die Möglichkeit, ein Anstellungsverhältnis zu beenden, bevor der nächste Job beginnt. Auch kann man sich mehr Zeit nehmen für die Ausbildung oder eine Auszeit einschalten, um eine Weiterbildung zu absolvieren. Dadurch kann das individuelle Potential besser genutzt werden, was der ganzen Gesellschaft zugute kommt. Zudem gibt es heute schon sehr viele Menschen, die gesellschaftlich wertvolle, aber unbezahlte Arbeit leisten. Dies jedoch oft auf Kosten der finanziellen Unabhängigkeit.
Was spricht dagegen?
Was dem Einzelnen sinnvoll erscheint, muss noch lange nicht für die Gesellschaft Sinn ergeben. Heute gibt es einen Indikator dafür, ob etwas von anderen Menschen gebraucht wird oder nicht: Das Geld: Wer Geld findet für die Umsetzung einer Idee, bekommt damit das Signal, dass seine Arbeit von anderen gefragt ist. Mit einem Grundeinkommen ist es möglich, dass jemand das ganze Leben lang Dinge tut, die irrelevant für die Mitmenschen sind. Die Menschen wären auch überfordert mit der neuen Freiheit. Ohne Teilhabe an einem Produktionsprozess in einem grösseren Zusammenhang mit anderen Menschen, sind die meisten nicht in der Lage, ihren Alltag zu strukturieren und ihre Ideen umzusetzen. Die vermeintliche Freiheit könnte sich als grosse Leere entpuppen.
2. Würden sich die Menschen mit einem Grundeinkommen weniger bilden?
Ja / Nein, mehr
Die Menschen würden sich weniger bilden, weil...
sie sich nicht anstrengen müssen, um Geld zu verdienen. Dann gibtes auch keinen Grund, sich durch Schule, Lehre oder Uni zu quälen.
das Grundeinkommen die Teilung in Ober- und Unterschicht zementiert. Die einen lernen schon zuhause von den Eltern und dem Umfeld den Sinn von Bildung und deren Chancen. Die anderen verlieren durch die Möglichkeit, das ganze Leben mit einem Grundeinkommen zu leben, jeglichen Anreiz und klinken sich von Anfang an aus.
viele nicht mehr das lernen würden, was die Wirtschaft wirklich braucht.
Die Menschen würden sich mehr bilden, weil...
jede und jeder neugierig zur Welt kommt. Weil Bildung spannend ist, einen weiter bringt und viele Türen öffnet. Das Grundeinkommen baut den Druck ab, so schnell wie möglich Geld zu verdienen, und erleichtert Auszeiten im Berufsleben.
die meisten Menschen trotz existenzsicherndem Grundeinkommen zusätzliches Geld verdienen möchten. Dadurch haben sie auch weiterhin einen finanziellen Anreiz für gute Ausbildung.
das Grundeinkommen ein wichtiger Fortschritt für die Chancengleichheit ist. Wie viel Zeit jemand in die Ausbildung investiert, hängt nicht mehr von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern ab. Jeder kann so viel und lange studieren, wie er oder sie will – ohne Nebenjobs und langen Prozedere für Stipendien.
3. Ohne Zwang zur Erwerbsarbeit könnten die Menschen freier über ihre Zeit verfügen. Überfordert diese Freiheit?
Ja / Nein
Das bedingungslose Grundeinkommen wäre eine grosse Veränderung für die Menschen und es würde viele Lebensentwürfe in Frage stellen. Für einige wäre es Befreiung und Chance, für andere würde sich nicht viel ändern, und wiederum andere fielen in eine Sinnkrise. Die Frage ist, ob eine Mehrheit davon profitieren könnte.
Man kann argumentieren, dass mit Grundeinkommen alle nur noch auf dem Sofa liegen würden. Weil wir nie aus dem Säuglingsstadion herauskämen: Zuerst sorgen die Eltern für uns und dann der Staat. Frei von Verantwortung für unser eigenes Leben. Aber ist das wirklich das 21. Jahrhundert? Die Menschen gestehen sich und allen anderen nicht zu, so frei wie möglich zu sein, aus Angst davor, dass wir nicht mit dieser Freiheit umgehen könnten?
Aber vielleicht kann das nicht so pauschal abhandeln und die erste Frage sollte sein: Von wem sprechen wir überhaupt? Jemand, der sich sein ganzes Leben an eine Struktur durch verschiedene Zwänge gewöhnt hat, wird auf eine Freiheit, wie sie das Grundeinkommen bietet, ganz anders reagieren als jemand, der mit der Realität des Grundeinkommens aufgewachsen ist.
4. Würde noch genug Erwerbsarbeit geleistet?
Ja / Nein
Umfragen ergeben, dass 90 Prozent der Menschen behaupten, dass sie weiter einer Erwerbsarbeit nachgehen würden, auch wenn sie bedingungslos jeden Monat genug Geld zum Leben auf dem Konto hätten.
Kritiker des Grundeinkommens sagen, dass sich viele von der Erwerbsarbeit verabschieden würden. Das führte dazu, dass nicht mehr genügend Güter produziert werden, die Gesellschaft verarmt, und schliesslich kann auch das Grundeinkommen nicht mehr finanziert werden.
Befürworter hingegen glauben, dass Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, nur einer der Gründe ist, warum Menschen arbeiten. Andere wichtige Motive sind: Um etwas Sinnvolles zu tun, weil es sonst langweilig wäre, um Anerkennung zu bekommen, weil die Arbeit Spass macht, damit man am Abend gut schlafen kann, weil man etwas zur Gesellschaft beitragen will, aus Neugierde, und nicht zuletzt auch, um zusätzliches Geld zu verdienen.
Viele glauben, dass genug für alle da ist. Wir sind reich genug und können es uns leisten, dass ein Teil der Menschen ihre Zeit und Kraft in Zukunft nicht mehr in Erwerbsarbeit stecken. Einige werden nichts tun, andere dafür viel wertvolle, aber unbezahlte Arbeit leisten.
Klar ist, wenn zu viele Menschen aus der Erwerbsarbeit aussteigen, bricht die Wirtschaft zusammen. Wer noch einer Erwerbsarbeit nachgeht, müsste entsprechend produktiver sein, damit das Grundeinkommen überhaupt finanzierbar ist. Sollte das Grundeinkommen zu massiven Problemen im aktuellen Wirtschaftssystem führen, könnte dies auch eine Chance sein, alte Strukturen radikal zu reformieren.
5. Führt das Grundeinkommen zu unlösbaren Problemen bei der Einwanderung?
Ja / Nein
Oft hört man, dass das bedingungslose Grundeinkommen nicht lange funktionieren kann, weil dann noch mehr Menschen einwandern würden. Um dieser Behauptung auf den Grund zu gehen, müssen wir drei unterschiedliche Kategorien von Immigrantinnen und Immigranten betrachten.
Bürger der EU: In der Schweiz gilt derzeit das Personenfreizügigkeits-Abkommen mit der EU. Das heisst, die Bürgerinnen und Bürger der EU-Länder dürfen frei entscheiden, wo sie arbeiten und wohnen wollen. Ohne Arbeitsstelle in der Schweiz gibt es dennoch weder eine Bewilligung zur Niederlassung noch ein Recht auf Sozialhilfe. Eine mögliche Lösung wäre, das Grundeinkommen so zu handhaben wie die Sozialhilfe. Ob eine grosse Sogwirkung entstünde, hängt dann von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab. Heute schon ist die Schweiz eines der reichsten Länder Europas – und seit der Einführung der Personenfreizügigkeit ist die Einwanderung aus dem europäischen Raum nicht übermässig gestiegen.
Flüchtlinge: Ob Menschen, die in einem Asylverfahren sind, ein Grundeinkommen erhalten werden, ist offen. Der politische Zeitgeist scheint dagegen zu sein. Anerkannte Flüchtlinge sind heute im Sozialversicherungsrecht hingegen den Schweizer Bürgern gleichgestellt. Dies ändert nichts an den Bedingungen, die Flüchtlinge erfüllen müssen, damit ihrem Antrag auf Asyl stattgegeben wird. Der Unterschied zu heute wäre, dass sie anstatt andere Sozialversicherungsleistungen ein Grundeinkommen erhielten. Ob diese Differenz zu erheblich mehr Asylanträgen führen würde, weiss niemand. Heute lässt sich beobachten, dass Flüchtlingsströme vor allem durch die politische Weltlage beeinflusst werden.
Arbeitskräfte aus nicht EU-Staaten. Ohne einen Arbeitsvertrag dürfen diese Menschen nicht in der Schweiz leben. Es gibt Quoten, und es gilt der Inländervorrang – das heisst, ein Arbeitgeber muss nachweisen, dass er keine qualifizierte Schweizerin und keinen qualifizierten Schweizer finden konnte, bevor er eine Stelle mit jemandem aus einem Nicht-EU Land besetzen darf. Dies wird sich mit Grundeinkommen kaum ändern.
6. Befreit vom Zwang zur Erwerbsarbeit wären die Menschen motivierter. Dies führt zu einem Innovationsschub.
Ja / Nein, im Gegenteil
Laut Befürwortern entsteht durch das Grundeinkommen mehr Innovation.
Warum?
Heute sind viele Menschen in Anstellungen quasi gefangen und mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden. Sie haben keine Wahl, sich aus dieser Situation zu befreien, weil Arbeitslosigkeit droht. Es fehlt das Geld für Auszeit, Weiterbildung oder Neuorientierung. Durch das Grundeinkommen wären die Menschen freier bei der Wahl ihrer Arbeitssituation. Dadurch wären sie vermehrt in Positionen tätig, die sie wirklich befriedigen. Motivierte Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter. Neue Möglichkeiten, sich selbständig zu machen oder in ein Jungunternehmen einzusteigen, tun sich auf. Das öffnet Raum für Innovation.
Oder doch nicht?
Wenn jemand wirklich etwas will und dafür geeignet ist – eine Weiterbildung absolvieren, eine neue Stelle finden oder eine Idee selbstständig oder in einem Start-Up umsetzten – dann kann er oder sie das heute schon. Die finanziellen Unsicherheiten sind oft nur ein Vorwand. Es ist wahrscheinlicher, dass die Menschen mit einem Grundeinkommen ihre faule Seite ausleben und weniger arbeiten würden. Dadurch entsteht weniger Innovation.
7. Mit Grundeinkommen wird ein Teil des Volkseinkommens gleichmässig und ohne Diskriminierung der Geschlechter verteilt. Ist das ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung?
Ja / Nein
In der Schweiz verdienen Frauen für ihre Arbeit durchschnittlich deutlich weniger als Männer. Dies hat verschiedene Gründe. Der wichtigste ist, dass viele Frauen gar keiner bezahlten Arbeit nachgehen oder Teilzeit arbeiten. Hingegen leisten Frauen den grössten Teil an unbezahlter Care-Arbeit: zum Beispiel Kinder gross ziehen und ältere Menschen betreuen. Zudem arbeiten Frauen vermehrt in Branchen und Positionen, die unterdurchschnittlich entlöhnt werden. Und bis heute verdient eine Frau im Schnitt für die gleiche Arbeit weniger als ein Mann.
Das Volkseinkommen ist die Summe aller Einkommen, die in der Schweiz erwirtschaftet werden. Ein Grundeinkommen würde rund ein Drittel - sofern die Wirtschaftsleistung konstant bleibt - des Volkseinkommens gleichmässig auf Männer und Frauen verteilen. Dadurch hätten Frauen anteilmässig mehr Geld, über das sie selber verfügen könnten.
8. Was ist besser: Arbeitslose und Invalide mit Kontrollen oder bedingungslos zu unterstützen?
Kontrolle / Bedingungslos
Arbeitslose, behinderte Menschen oder andere, die abhängig von staatlichen Leistungen sind, berichten, das Schlimmste an ihrer Situation seien die Schikanen, die sie von den Behörden erfahren. Auch litten sie unter dem Urteil der Gesellschaft, die sie in eine von Vorurteilen geprägte Schublade stecke.
Bezügerinnen und Bezüger von Arbeitslosentaggeldern sehen sich daran gehindert, etwas Sinnvolles zu tun, weil sie sich auf unpassende Stellen bewerben müssen. Sie erzählen, dass sie ohne behördliche Auflagen schneller wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen könnten. Oder, wenn dies ohnehin nicht gelingen kann, sich anderen schönen und nützlichen Dingen widmen würden: Die Enkel hüten, Musik machen, einen Gemüsegarten pflegen.
Dagegen spricht, dass es für niemanden gut ist, einfach unterstützt zu werden. Zu Beginn ist es möglicherweise angenehmer, nicht aufs RAV zu gehen oder auf den Nachweis zu verzichten, dass man wirklich krank ist. Die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung – ob von heutigen Formen oder von einem Grundeinkommen – führt jedoch langfristig dazu, dass das Bewusstsein vom Wert der eigenen Leistung verloren geht. Auf dem Arbeitsmarkt Geld zu verdienen, ist in jedem Fall besser.
9. Führt das Grundeinkommen zu einer Spaltung der Gesellschaft?
Ja / Nein, im Gegenteil
Kritiker des bedingungslosen Grundeinkommens argumentieren oft, dass sich die Gesellschaft in verschiedene Gruppen spalten wird: Jene, für die das Grundeinkommen die einzige Einnahmequelle ist und jene, die weiterhin einer Lohnarbeit nachgehen.
Die Erfolgreichen: Vom emanzipatorischen Potential des Grundeinkommens profitieren würden eher Menschen aus einem bildungsnahen Umfeld. Befreit von finanziellen Ängsten und gesellschaftlichen Zwängen würden sich diese besser bilden und selbstbestimmt arbeiten. Sie hätten hohe Löhne und würden sich in politischen und anderen ehrenamtlichen Aktivitäten ausleben.
Die Verlierer: Menschen aus einem bildungsfernen oder schlecht integrierten soziokulturellen Umfeld haben schon heute eine schlechtere Ausgangsposition, um gut bezahlte Jobs und einflussreiche gesellschaftliche Stellungen zu erreichen. Diese verlieren durch das Grundeinkommen den Druck, trotzdem eine möglichst gute schulische Bildung zu erwerben, und die Notwendigkeit, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Dadurch, dass sie weder Bildung noch Arbeit haben, verlieren sie jede Chance auf gesellschaftlichen Aufstieg und entlassen sich selbst vor den Fernseher.
Die dazwischen: Dazwischen bleibt dann noch eine leidende Mittelschicht, die versucht, ein bisschen mehr vom Kuchen zu kriegen. Sie zahlen hohe Steuern, um jene, die nicht arbeiten, durchzufüttern. Trotz guter Ausbildung und einer intakten Arbeitsmoral müssen sie hart kämpfen, um einigermassen gut zu leben.
Andere sagen, dass es diese Spaltung schon heute gibt. Es ist nicht sicher, ob sie durch ein Grundeinkommen grösser würde. Das Grundeinkommen hat auch Effekte, die dieser Segregation entgegen wirken. Zum Beispiel wird es einfacher sein, eine verpasste Ausbildungen nachzuholen.
Zudem ist fraglich, ob es wirklich erstrebenswert ist, Menschen ohne Chance auf einen gut bezahlten Job zu zwingen, einer sinnfreien und krank machenden Beschäftigung nachzugehen. Wenn doch klar ist, dass sie sich sofort in die Frühpensionierung zurückziehen würden, wenn dies möglich wäre. Vielleicht gibt es erfolgversprechendere Methoden, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern als kollektiver Zwang zur Erwerbsarbeit.
10. Die Finanzierung des Grundeinkommens ist möglich, weil es weitgehend heutige Einkommen ersetzt. Einverstanden?
Ja / Nein
Wenn wir mit 2’500 Franken für Erwachsenen und 625 Franken für Kinder rechnen, dann müssen rund 200 Milliarden Franken pro Jahr verteilt werden.
Befürworter argumentieren, dass der grössere Teil dieser Summe bestehenden Einkommens ersetzt. Wenn jemand zum Beispiel 6’000 Franken verdient, würde er neu 3’500 Franken verdienen und 2’500 Franken als Grundeinkommen erhalten. Der ersetzende Teil ist also kein zusätzliches Geld, der Lohn ist nur anders zusammen gesetzt, aus Erwerbseinkommen und Grundeinkommen.
Anders macht es auch nicht viel Sinn. Geld fällt nicht vom Himmel. Der Staat kann Geld abschöpfen und dann wieder verteilen. Stammt das Geld von anderen Menschen als von denen, die es wieder bekommen, ist das Umverteilung.
Befürworter argumentieren, dass das Grundeinkommen zu einem grossen Teil umverteilungsneutral ist. Viele Menschen zahlen gleich viel in den Grundeinkommenstopf ein, wie sie daraus bekommen. Ein grosser Teil der 200 Milliarden fliesst wieder dahin zurück, wo er hergekommen ist.
Ob das wirklich so sein wird – oder überhaupt möglich ist – hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel wie hoch das Grundeinkommen sein wird, wie viele Menschen einer Lohnarbeit nachgehen oder über welche Steuern das Grundeinkommen finanziert wird.
Es hängt auch davon ab, was wir wollen. Es folgen drei verschiedene Beispiele, wie verschiedene Vorstellungen von Umverteilung mit der Idee Grundeinkommen vereinbar sind:
Das Grundeinkommen soll die Umverteilung von Oben nach Unten stärken. Weniger gut Verdienende sollen weniger als ihr Grundeinkommen einbezahlen, besser Verdienenden mehr. Die Lohnschere soll kleiner werden. Es gibt Leute, welche dieses Ziel mit einer stärkeren Steuerprogression erreichen möchten. Auch andere Mechanismen sind denkbar.
Das Grundeinkommen soll die Schmarotzer und Faulen bestrafen: Wer nicht fähig oder willig ist, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, soll weniger als heute bekommen. Das könnte erreicht werden, indem man den Betrag für das Grundeinkommen sehr tief ansetzt und alle anderen Sozialleistungen, wie IV oder Sozialhilfe streicht.
Das Grundeinkommen soll so wenig wie möglich umverteilen: Die meisten Menschen hätten mit Grundeinkommen gleich viel Geld in der Tasche wie ohne, sofern sie in ihrem Job weiter arbeiten. Nur jene mit einem ein Einkommen von weniger als 2’500 Franken hätten mehr. Die Frage ist lediglich, ob wir geeignete Instrumente finden, um das Grundeinkommen aus fiskaler Sicht mehrheitlich als Nullsummenspiel zu organisieren.
11. Wer heute weniger als das Grundeinkommen verdient, hätte mit Grundeinkommen mehr Geld. Andere würden sich aus dem Arbeitsmarkt verabschieden. Ist die Finanzierung dieser Mehrkosten ein Problem?
Ja / Nein
Wenn sich Menschen dazu entscheiden, mit dem Grundeinkommens keiner Erwerbsarbeit mehr nachzugehen, müssen die, die noch einer Erwerbsarbeit nachgehen, das Grundeinkommen für jene bezahlen. Es ist irrelevant wie viel Sinnvolles die Menschen tun, ob sie Kranke pflegen oder weltbewegende Bücher schreiben. Wenn sie diese Arbeit ausserhalb der Geld-Wirtschaft tun, können darauf keine Steuern erhoben werden, und sie tragen daher nicht direkt zur Finanzierung des Grundeinkommens bei.
Die Frage ist also: wie viele Menschen können sich dafür entscheiden, keiner Erwerbsarbeit mehr nachzugehen, ohne dass das System zusammenbricht?
Um diese Frage zu beantworten, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden: Wie hoch ist das Grundeinkommen? Mit welchen Instrumenten erheben wir das Geld? Wer bezahlt den Grossteil? Wie viel sind sie bereit abzugeben, bevor sie auswandern oder das Grundeinkommen wieder abschaffen? Welche technologischen Entwicklungen bringen die nächsten Jahre?
Ob das Grundeinkommen finanzierbar ist, hängt hauptsächlich von zwei Dingen ab: Erstens, wie viele Menschen sich dafür entscheiden, aus dem heutigen Arbeitsmarkt auszusteigen und zweitens, wie viel produktiver die Verbleibenden arbeiten.
12. Das Grundeinkommen fördertet finanziell ein veraltetes Familienmodell. Richtig?
Ja / Nein
Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte sich die Begünstigung der klassischen Rollenverteilung verstärken: Es wird noch stärker als heute für Familien die vernünftige Entscheidung sein, dass der Mann vollzeit ausser Haus arbeitet und die Frau zuhause bleibt und sich um Kinder und Haushalt kümmert.
Weil:
das Grundeinkommen keine direkte Auswirkung auf die ungleiche Chancenverteilung und Lohnstruktur zwischen Frau und Mann auf dem Arbeitsmarkt hat.
Menschen, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, finanziell am stärksten von einem Grundeinkommen profitieren.
der soziale Druck steigt, seine Kinder bis zur Einschulung zu Hause gross zu ziehen – denn es sollte mit einem bedingungslosen Grundeinkommen finaziell möglich sein.
Es gibt auch die Ansicht, dass das bedingungslose Grundeinkommen die Emanzipation der Frauen stärkt:
Obwohl es stimmt, dass das Grundeinkommen an den diskriminierenden Strukturen des Arbeitsmarktes per se nichts ändert, wird es mit der Zeit trotzdem besser. Weil die Menschen weniger Angst vor der Arbeitslosigkeit haben, sind sie alle – Frauen und Männer – in einer stärkeren Position gegenüber den Arbeitgebern. Dies bringt eine neue Dynamik in Verhandlungen und dadurch eine neue Chance, diese diskriminierenden Strukturen zu überwinden.
Die Frauen haben ohne Grundeinkommen machmal keine Wahl und müssen einer Erwerbsarbeit nachgehen. Mit Grundeinkommen haben sie die Wahl. Mehr Wahlfreiheit ist immer besser.
13. Heute verfügt oft ein Familienmitglied über das gesamte Haushalts-Einkommen. Das führt zu finanziellen Abhängigkeiten. Kann das bedingungslose Grundeinkommen diese reduzieren?
Ja / Nein
14. Weil durch die Automatisierung viele Arbeitsplätze verschwinden, müssen neue Formen der Einkommensverteilung gefunden werden: Ist das Grundeinkommen dazu die richtige Form?
Ja / Nein
Warum Grundeinkommen und Automatisierung gut zusammen passen:
Arbeitslosigkeit ist schlimm für die Betroffenen. Durch die Automatisierung droht dies für mehr Menschen Realität zu werden. Darum muss man darüber nachdenken, wie man besser damit umgehen kann. Das Grundeinkommen ist ein Ansatz, den schwierigen Gang zum Arbeitsamt und das damit verbundene Stigma aufzuheben.
Wenn viele Arbeitsplätze verschwinden, verändern sich die Rahmenbedingungen. Um neue Strukturen zu schaffen, braucht es Flexibilität – auf Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das Grundeinkommen könnte mehr Flexibilität bringen, weil die Menschen weniger existentielle Ängste hätten. Dadurch können sie frühzeitig Umschulungen und Weiterbildungen machen oder eigene Ideen selbständig verwirklichen. Zusätzlich könnte mehr Innovation und dadurch neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Wirtschaft braucht Konsum. Wenn nun viele Menschen keinen Job haben, haben sie auch kein Geld, das sie ausgeben können. Das Grundeinkommen sorgt dafür, dass die Menschen weiter kaufen können und die Wirtschaft nicht kollabiert.
Warum Grundeinkommen und Automatisierung nicht gut zusammen passen:
- Man stelle sich vor, es gibt eines Tages wirklich fast keine Jobs mehr. Die Roboter arbeiten. Wer die Roboter besitzt, hat das Sagen. Damit die Menschen nicht ins Elend geraten und revolutionäre Ideen entwickeln, bezahlt man ihnen ein Grundeinkommen. Sie sind ruhig, konsumieren und halten die Wirtschaft am Laufen. Ihr Einfluss auf die Gestaltung der Welt jedoch schmilzt. Wer finanziert, befiehlt. Wenn die Mehrheit der Menschen direkt vom Grundeinkommen abhängig ist, kann keine Demokratie mehr funktionieren.
15. Das Grundeinkommen erlaubt Menschen, die unbezahlte Arbeit leisten, finanziell unabhängig zu leben. Ist das gut?
Ja / Nein
Heute werden in der Schweiz 2,3 Milliarden Arbeitsstunden für unbezahlte Care-Arbeit in Form von Betreuungs- und Pflegeaufgaben aufgewendet, was einem materiellen Wert von über 80 Milliarden Franken entspricht. Dazu kommen unbezahlte politische Arbeit und Arbeit in Vereinen.
Die Menschen, die diese Arbeit leisten, sind oft finanziell abhängig, sei es von einem Ehegatten oder von Sozialleistungen – obwohl sie für die Gesellschaft essentielle Dienste erbringen. Das bedingungslose Grundeinkommen würde die finanzielle Situation dieser Menschen unmittelbar verbessern.
Hingegen muss man sich fragen, ob die unbezahlte Care-Arbeit nicht auf andere Weise abgegolten werden kann, und wie sich potentielle andere Lösungen mit dem bedingungslosen Grundeinkommen vertragen würden: Ergänzen sie sich oder verhindern sie sich gegenseitig?
16. Wird es mit einem Grundeinkommen weniger Menschen geben, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden oder krank sind?
Ja / Nein, im Gegenteil
Viele Mensche leiden heute an Krankheiten, die eine Folge ihrer Erwerbsarbeit sind. Dies verursacht individuelles Leid aber auch volkswirtschaftliche Kosten.
Das Grundeinkommen könnte zu einer Verbessern der Situation führen. Jemand, der wegen seiner Arbeit krank ist, hätte weniger Hürden, eine Auszeit zu nehmen, den Job zu wechseln oder auch einfach einmal nicht zu arbeiten.
Doch es ist schliesslich nicht nur das Geld, das uns zur Arbeit drängt. Darum kann das Problem der Unzufriedenheit und der Krankheit durch Arbeit nicht nur mit Geld gelöst werden. Es könnte sein, dass der Stress eher zu- als abnimmt. Wir verlieren unter Umständen die Befriedigung, selber jeden Monat genug Geld zu verdienen und daher unabhängig zu sein. Nehmen wir an, vom Grundeinkommen zu leben, ist salonfähig und wir arbeiten alle freiwillig. Dann steigt der Druck, sich im Job selbst zu verwirklichen, einen Sinn darin zu sehen und uns selbst und anderen zu beweisen, dass wir Spass haben und unsere Arbeit wichtig ist. Das kann sehr anstrengend und frustrierend sein.
17. Der Arbeitsmarkt regelt Angebot und Nachfrage nach Arbeit. Mit dem Grundeinkommen gibt es mehr Entscheidungsfreiheit, nicht an diesem Markt teilzunehmen. Kommt das gut?
Ja / Nein
Wenn man sich eine Welt mit bedingungslosem Grundeinkommen denkt, muss man sich fragen: Würde noch genug und das Richtige produziert werden, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen? Dabei ist es wichtig, dass genug Menschen arbeiten. Und dass diese etwas herstellen, was auch wirklich nachgefragt wird.
Heute müssen die meisten Menschen ihre Arbeit für Geld verkaufen. Dies tun sie im Rahmen der Märkte. Durch die Marktmechanismen entstehen die Preise für eine Arbeit. Wenn niemand bereit ist, für eine Arbeit, sei es in Form einer Dienstleistung oder eines Produktes, zu bezahlen, dann wird diese nicht ausgeführt. Nach diesem Angebot-Nachfrage-Prinzip entscheidet sich, was gearbeitet wird und was nicht.
Zudem gibt es auch Güter, die auf einem unregulierten Markt nicht bezahlbar wären – zum Beipsiel Kultur, Bildung, Stromversorgung. Dies wird dann über staatliche Töpfe finanziert. Da entscheidet nicht das klassische Angebots-Nachfrage-Prizip darüber, ob ein Projekt realisiert wird, sondern die Demokratie.
Durch das bedingungslose Grundeinkommen hätten die Meschen die Wahl, nicht an diesem Markt teilzunehmen. Sie könnten ihr ganzes Leben lang arbeiten, ohne für ihre Arbeit Geld zu verlangen – denn leben können sie ja vom Grundeinkommen – und sind so weder auf das Feedback des Marktes, noch auf das der Demokratie angewiesen.
Dazu drei möglich Haltungen:
Die herrschenden Bedingungen führen zu schlechten Produktionsverhältnissen und absurden Produkten. Darum ist es gut, wenn wir die Möglichkeit haben, nicht am Arbeitsmarkt teilzunehmen.
Dadurch, dass die Menschen nicht mehr am Arbeitsmarkt teilnehmen müssen, sondern können, fällt eine grosse Verzerrung weg und er wird besser funktionierten.
Es ist schlecht, wenn die Menschen nicht am Markt teilnehmen müssen. Sie werden zwar weiterhin arbeiten, es ist jedoch unmöglich für den einzelnen abzuschätzen, was jemand anderes braucht. Die Menschen werden an den Bedürfnissen vorbei arbeiten.
18. Das bedingungslose Grundeinkommen verändert die Ausgangslage für Sozialstaat-Reformen. Es wird...
Besser / Schlechter
Diese Frage hat gar nicht nur mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens an und für sich zu tun. Sondern es geht darum, welche anderen politischen Entwicklungen ausgelöst oder verhindert werden. Die Debatte um den Sozialstaat ist festgefahren, die Fronten zwischen denen, die mehr Sozialstaat fordern und denen, die diesen abbauen wollen, sind verhärtet.
Die einen haben Angst vor einem Abbau des Sozialstaates durch die Einführung des Grundeinkommens. Sie befürchten, dass mit einem Verweis auf das existenzsichernde Grundeinkommen weitergehende Unterstützungsleistungen gestrichen werden könnten und sich die Situation von vielen vom Staat abhängiger Menschen verschlechtern würde. Dies könnte Subeventionen für Krippenplätze betreffen oder auch einfach nur jetzt noch kostenlose Beratungsleistungen der Sozialämter.
Andere lehnen das Grundeinkommen von Anfang an ab, weil sie in ihm vor allem einen massiven Ausbau des Sozialastaates sehen.
Fakt ist, dass im Moment des Entscheides zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommen gar nichts ab- oder ausgebaut wird. Wie die sozialstaatlichen Einrichtungen in einer Schweiz mit Grundeinkommen ausgestaltet sein werden, wird Gegenstand einer jahrelangen politischen Diskussion sein und sehr wahrscheinlich wird auch der eine oder andere Volksentscheid notwendig sein.
19. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft gibt es keine Selbstversorger. Heute lebt keiner mehr direkt von den Früchten seiner Arbeit. Passt das Grundeinkommen zu dieser Entwicklung?
Ja / Nein
Viele Menschen glauben, dass sie unabhängig sind, weil sie mit dem Lohnihrer Arbeit die notwendigen Dinge zum Leben kaufen können. Nun kann man behaupten, dies sei eine Illusion.
Die Schweiz ist wohlhabend, weil die allgemeine Arbeitsproduktivität hoch ist. Zentrales Element dafür ist die hohe Arbeitsteilung. Jede und jeder macht in seiner Arbeit einen spezifischen Arbeitsschritt. Am Ende sind an der Produktion einer Tomate Tausende indirekt beteiligt: Die Mechanikerin, die den Traktor flickt. Der Programmierer der Software für die Arbeitszeitenerfassung der Ölraffinerie in Saudiarabien, die das Benzin für das Auto des Bauerns liefert. Die Kleinkindererzieherin, die während der Ernte auf den Sohn der Bäuerin aufgepasst hat. Nun werden diese alle auch am Erlös aus dem Verkauf der Tomate beteiligt. Was ist aber mit dem Nachbarn, der kurzfristig eingesprungen ist, als die Bäuerin ihre kranke Mutter besuchte? Und der Autor des Buches, das den Bauer dazu inspirierte, Tomaten zu pflanzen? Und die Kinder im Dorf, die so schön singen, dass die Mechanikerin für einmal all ihre Sorgen vergessen kann und nicht in einer Depression versinkt, sodass sie weiterhin Traktoren flicken kann?
Nun kann man argumentieren, dass alles mit allem zusammenhängt. Und alle tragen etwas bei. Aber am Ende haben die einen ganz viel Geld auf ihrem Konto und andere gar keines. Nur unabhängig ist bestimmt niemand. Es ist in unserer komplexen Welt unmöglich, einen fairen oder richtigen Verteilschlüssel für das Einkommen zu finden. Oder zu messen, wer effektiv wie viel zu etwas beigetragen hat.
Das bedingungslose Grundeinkommen würde diesem Umstand teilweise gerecht werden. Denn das Grundeinkommen macht den Teil des Einkommens, den man unbedingt zum Leben braucht, bedingungslos.
Dagegen kann man einwenden, dass es sehr wohl ein Intrument gibt, das misst, wer wie viel zu etwas beigetragen hat: Der Markt und das Geld. Ein Arbeit ist genau so viel wert, wie jemand anders bereit ist, dafür zu bezahlen. Es ist unbestreitbar, dass es Externalitäten gibt: Das sind Auswirkungen, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält. Es stellte sich hier die Frage, wie diese Externalitäten vermindert werden können, anstatt einfach Geld zu verteilen.
20. Soll die Schweiz eine Vorreiterrolle in der Welt einnehmen, indem sie unerprobte Wege geht?
Ja / Nein
Zurzeit werden ähnliche Ideen wie das bedingungslose Grundeinkommen in verschiedenen Ländern getestet. Finnlands Regierung arbeitet an einem Versuch mit einem Grundeinkommen von 800 Euro. In Holland läuft ein Experiment mit einer handvoll Probanden. Das bedingungslose Grundeinkommen ist also durchaus ein Konzept, das aktuell internationale Beachtung findet.
Es gibt immer wieder grosse Gesellschaftliche Veränderungen und irgendwo werden diese Ideen zuerst umgesetzt. Das beste Beispiel ist vielleicht die AHV: Es war Deutschland, das 1889 die damals neue und radikale Idee einer flächendeckenden Rente einführte. Danach zogen die meisten europäischen Staaten und die USA nach.
Man kann argumentieren, dass die Schweiz als reiches und demokratisches Land in einer sehr guten Position ist, um fortschrittliche Ideen umzusetzen und zu testen. Die Schweiz kann es sich leisten, mit internationalen Trends voranzugehen.
Dagegen kann man sagen, dass sich das differenzierte und bedarfsgerechte System der Sozialleistungen in der Schweiz bewährt hat. Wir sind so wohlhabend und demokratisch, weil wir Bewährtes nicht leichtfertig aufgeben. Eine Vorreiterrolle ist kein Wert für sich. Oder: Wir warten noch ein bisschen bis eine radikalere und bessere Idee als das Grundeinkommen auftaucht, um unsere Fortschrittlichkeit unter Beweis zu Stellen.
21. Die Demokratie wird gestärkt, weil die Menschen mehr Zeit dafür haben.
Ja / Nein
Politisches Engagement braucht viel Zeit – vom gut informierten Abstimmen über das Sammeln von Unterschriften bis hin zum Kandidieren für ein Parlament. Um die politischen Pflichten und Rechte ernst zu nehmen, braucht man Zeit. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte zur Chancengleichheit in der Politik beitragen. Heute gibt es Menschen, die es sich leisten können, grössere politische Verantwortung zu übernehmen und sich zum Beispiel in einer Partei einzubringen und solche, die dies nicht können, weil sie von morgens bis abends Geld verdienen müssen.